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Vitamin K und Blutverdünner

Vitamin K-Präparate können die Wirkung von Marcumar® beeinflussen, nicht jedoch die von ASS, Brilique®, Xarelto®, Eliquis®, Pradaxa® oder Lixiana®. Der Grund liegt darin, dass diese Medikamente an unterschiedlichen Stellen der Blutgerinnung wirken.

Warum reagiert Marcumar auf Vitamin K?

Marcumar gehört zu den sogenannten Vitamin-K-Antagonisten. Es blockiert das Recycling von Vitamin K in der Leber. Dadurch können wichtige Gerinnungsfaktoren nicht mehr ausreichend gebildet werden und die Blutgerinnung wird gehemmt. Das Blut wird vereinfacht ausgedrückt „dünner“.

Wird zusätzlich zu Marcumar Vitamin K – unabhängig davon, ob es sich um Vitamin K1 oder Vitamin K2 handelt – in größeren Mengen zugeführt, kann Vitamin K die Wirkung von Marcumar abschwächen. Die Blutgerinnung nimmt wieder zu – vereinfacht ausgedrückt wird das Blut wieder „dicker“.

Deshalb sollten Patienten, die Marcumar einnehmen, Vitamin-K-Präparate nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt verwenden.

Warum wird ASS nicht durch Vitamin K beeinflusst?

ASS (Acetylsalicylsäure) sowie andere Thrombozytenaggregationshemmer wie Brilique® wirken völlig anders. Sie verhindern, dass Blutplättchen (Thrombozyten) zusammenhaften und Blutgerinnsel bilden.

Da ASS nicht in den Vitamin-K-Stoffwechsel oder die Bildung der Gerinnungsfaktoren eingreift, besteht keine Wechselwirkung mit Vitamin K.

Warum reagieren moderne Blutverdünner nicht auf Vitamin K?

Moderne direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs bzw. NOAKs) wie Xarelto® (Rivaroxaban), Eliquis® (Apixaban), Pradaxa® (Dabigatran) und Lixiana® (Edoxaban) wirken gezielt auf bestimmte Gerinnungsfaktoren.

Dieser Wirkmechanismus ist unabhängig vom Vitamin-K-Stoffwechsel. Deshalb beeinflusst Vitamin K die Wirkung dieser Medikamente nicht.

Vitamin K1 und Vitamin K2 – wo liegt der Unterschied?

Vitamin K1 (Phyllochinon) trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei.

Vitamin K2 (Menachinon) übernimmt ebenfalls Funktionen im Vitamin-K-Stoffwechsel, ist jedoch insbesondere für die Aktivierung von Proteinen wichtig, die Calcium in Knochen und Zähnen einbauen und Ablagerungen in den Blutgefäßen entgegenwirken können. Vitamin K2 wird deshalb häufig zusammen mit Vitamin D eingesetzt.

Zusammenfassung

  • Marcumar: Vitamin-K-Präparate (K1 und K2) können die Wirkung abschwächen. Eine Einnahme sollte deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
  • ASS und Brilique: Keine Wechselwirkung mit Vitamin K bekannt.
  • Xarelto und Eliquis: Ebenfalls keine Wechselwirkung mit Vitamin K bekannt.