D-Mannose bei Harnwegs- und Blaseninfektionen (HWI)

D-Mannose bietet einen neuen Behandlungsansatz bei Harnwegsinfekten und Blasenentzündung – sowohl in der akuten als auch bei der vorbeugenden Anwendung (chronische, immer wiederkehrende Blasenentzündung).

Was ist D-Mannose?

Streng genommen ist D-Mannose eine Zuckerart, genau genommen ein Monosaccharid (Einfachzucker), die sowohl zur Vorbeugung einer HWI als auch zur Behandlung einer akuten HWI eingesetzt werden kann. Als weißes Pulver mit einem ganz leichten süßen Geschmack ist sie in Wasser leicht löslich und kann so einfach als Getränk eingenommen werden.

Im Gegensatz zur eng verwandten Glukose wird D-Mannose im Körper aber nicht verstoffwechselt, hat daher auch keine Kalorien, und wird unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden. In geringen Mengen stellt der Körper sogar selbst D-Mannose in der Blasenschleimhaut her, um sich vor Bakterien zu schützen. D- Mannose ist also eine körpereigene Substanz.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

Der häufigste Auslöser für eine Blasenentzündung sind Escherichia Coli-Bakterien (kurz E-Coli). Sie gehören zur normalen menschlichen Darmflora. Von dort können Sie durch mangelnde Hygiene, Verunreinigungen aber auch durch Geschlechtsverkehr in die Harnwege und Blase gelangen und dort Entzündungen verursachen.

Mit ihren sog. Fimbrien (man kann sich diese wie kleine Fühler oder Finger vorstellen) heften sich die E-Coli-Bakterien an den Schleimhäuten an. Dort können sie sich dann unkontrolliert vermehren. Irgendwann kann der Körper sie nicht mehr abwehren und es kommt zu einer Entzündung.

Davon sind besonders Frauen betroffen. Die kurze weibliche Harnröhre macht es den Keimen leicht bis zur Blase vorzudringen. Die Harnröhre ist beim Mann mit ca. 20 cm deutlich länger als bei einer Frau (3–5 cm).

E-Coli-Bakterien in der Blase (1) heften sich an die Schleimhaut (2/3) und lösen dort Entzündungen aus (4).

Was macht D-Mannose?

Bei Einnahme von D-Mannose gelangt diese unverändert in die Blase. Dort hat sie gleich 2 wichtige Funktionen:

  1. Die Bindungsfähigkeit der Bakterien an die D-Mannose ist höher als die an der Schleimhaut. Die Bakterien werden so an die D-Mannose-Moleküle gebunden und damit neutralisiert.
  2. Zudem blockiert die D-Mannose die Bindungsstellen für die Bakterien an der Schleimhaut selbst, so dass sie dort nicht andocken können.

So wird ein Anheften der Bakterien an den Epithelzellen der Schleimhäute in Blase und Harnwegen verhindert – und damit auch eine Entzündung.

Da sich die Bakterien nun nicht mehr in der Blase festsetzen können, werden sie beim nächsten Wasserlassen einfach zusammen mit der D-Mannose ausgeschieden. Eine Blasenentzündung, ausgelöst durch ein Anheften der Bakterien an den Schleimhäuten, kann somit verhindert werden.

D-Mannose (5) in der Blase heften sich an die Bakterien (5) so dass diese mit dem Urin ausgeschieden werden können (7).

Anwendung von D-Mannose

D-Mannose kann sowohl bei der akuten Blasenentzündung als auch zur vorbeugenden Anwendung bei häufigen und immer wiederkehrenden Blasenentzündungen eingesetzt werden.

Zur akuten Behandlung werden in den ersten 3 Tagen 3-mal täglich 2 Gramm im Abstand von ca. 8 Stunden eingenommen. Am 4. und 5.Tag kann die tägliche Dosis dann auf 2-mal 2 Gramm reduziert werden.

Es wird empfohlen während der Behandlung mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken, um die Harnausscheidung zu fördern.

Eine deutliche Besserung sollte nach 3 Tagen eingetreten sein. Tritt nach 3 Tagen keine Besserung auf, oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Praxistipp: In der akuten Phase zusätzlich 2 x täglich ein großes Glas Wasser mit einer Messerspitze Natron trinken. Dies macht den Urin basisch. Dadurch kann das durch den Säuregehalt im Urin verursachte Brennen in der Harnröhre beim Wasserlassen gelindert werden.

Zur Vorbeugung bei häufigen Blasenentzündungen beträgt die tägliche Dosis 1 x 2 Gramm. Diese vorbeugende Maßnahme soll verhindern, dass sich E-Coli-Bakterien überhaupt erst in den Harnwegen und/oder der Blase ansiedeln können. Denn an die D-Mannose gebunden werden die Bakterien frühzeitig mit dem Urin ausgespült.

Wie wird D-Mannose eingenommen?

D-Mannose wird oral eingenommen und ist im Handel als Pulver, Kapseln oder Tabletten erhältlich.

Kapseln oder Tabletten enthalten leider immer unnötige Zusatz- und Füllstoffe. Zudem machen 2 Gramm Zufuhrmenge den Verzehr von jeweils mehreren Kapseln notwendig – im akuten Fall dann auch mehrmals täglich.

Verbraucher, die Wert auf Bioqualität ohne Zusatz- und Füllstoffe legen, sollten D-Mannose als Pulver wählen. Das Pulver wird einfach in Wasser angerührt und kann so getrunken werden. Damit wird gleichzeitig auch die notwendige Flüssigkeitszufuhr gewährleistet – wichtig für das Ausspülen der Bakterien mit dem Urin.

Moderne Verpackungen in Sachets ermöglichen eine schnelle, exakte und individuelle Dosierung des Pulvers, und sind zudem im Alltag und unterwegs sehr praktisch.

Kann man D-Mannose und Antibiotika gleichzeitig einnehmen?

Hat der Arzt bereits ein Antibiotikum aufgrund einer Infektion mit E-Coli-Bakterien verordnet, kann die D-Mannose als begleitende / unterstützende therapeutische Maßnahme zusätzlich eingenommen werden, da sich D-Mannose und Antibiotika nach heutigem Erkenntnisstand sinnvoll ergänzen.

Das Antibiotikum zerstört die Bakterien. Die D-Mannose transportiert ggf. noch vorhandene Bakterien ab und verhindert zudem eine erneute Ausbreitung.

Vorteile einer Behandlung mit D-Mannose

  • D-Mannose ist eine natürliche und körpereigene Alternative zu den bisher bekannten pflanzlichen Mitteln.
  • Eine vorbeugende tägliche Einnahme bei häufigen immer wiederkehrenden Blasenentzündungen ist möglich.
  • Einer erneuten Blasenentzündung kann so ebenso gut vorgebeugt werden wie z.B. mit dem Antibiotikum Nitrofurantonin, welches häufig bei HWI eingesetzt wird.
  • Dadurch kann ein häufiger Einsatz von Antibiotika (mit möglichen Nebenwirkungen und Resistenzen) reduziert oder gar vermieden werden.
  • Bei täglich mehrmaliger Anwendung kann D-Mannose auch bei einer akuten Blasenentzündung eingesetzt werden.
  • D-Mannose kann auch zusätzlich zu einem Antibiotikum gegeben werden.
  • D-Mannose wird Ärzten in deren Empfehlungen zur Diagnose und Therapie von Krankheiten (sog. S3-Leitlinien) zur Anwendung bei unkomplizierten Harnwegsinfekten empfohlen.

Birkenholz – die qualitativ beste Quelle für D-Mannose

Natürliche Ausgangssubstanzen zur Herstellung reiner D-Mannose sind Mais, Milch oder Birke, wobei die Herstellung aus Birke unzweifelhaft die beste und reinste Qualität liefert. Mittlerweile ist auch synthetisch hergestellte (künstliche) D-Mannose im Handel erhältlich.

Wie erkennt man als Kunde woraus die D-Mannose gewonnen wurde?

Hersteller, die hochwertige Produkte aus Birke anbieten, deklarieren dies auch in ihren Informationen zum Produkt klar und deutlich. Hersteller, die D-Mannose aus Milch, Mais oder gar künstliche D-Mannose für die Herstellung ihrer Produkte verwenden, machen häufig keine Angaben über die Herkunft der D-Mannose. Also: Vorsicht, wenn keine klaren Informationen auf der Verpackung, im Beipackzettel oder auf der jeweiligen Homepage gemacht werden.

Der sicherste Weg natürliche und qualitativ hochwertige D-Mannose zu erwerben: Achten Sie darauf, dass auf der Packung oder in der Werbung klar und deutlich Birkenholz als Quelle angegeben ist.

Ergebnisse aus kontrollierten medizinischen Studien:

Studie 1:

  • Bei Patientinnen mit wiederholt auftretenden Harnwegs- und Blasenentzündungen konnten Schmerzen, Harndrang und Häufigkeit des Wasserlassens durch D-Mannose Behandlung deutlich reduziert werden (statistisch signifikant).
  • 80 % der mit D-Mannose behandelten Patientinnen blieben während der 6-monatigen Behandlung infektionsfrei.
  • Die Anzahl der Patientinnen mit Bakterien im Urin nahm im Zeitablauf der D-Mannose Behandlung immer weiter ab.
  • Der Durchschnittlicher Zeitpunkt der Wiederkehr einer Blasenentzündung bei mit D-Mannose behandelten Patientinnen: 200 Tage (ein statistisch signifikantes Ergebnis)

Studie 2:

  • Durch die Behandlung mit 2 Gramm D-Mannose-Pulver täglich konnte das Risiko für wiederkehrende Harnwegsinfekte signifikant verringert werden.
  • D-Mannose eignet sich ebenso gut wie das Antibiotikum Nitrofurantoin zur Prophylaxe von Harnwegsinfekten bei Frauen, hat aber weniger Nebenwirkungen.
  • Nach 6 Monaten hatten in der Gruppe ohne medikamentöse Therapie 61 Prozent der Frauen Rezidive (es trat also eine weitere Blasenentzündung auf).
  • Unter D-Mannose traten bei nur 15 Prozent Rezidive auf
  • Mit dem Antibiotikum traten bei 20 Prozent Rezidive auf.
  • Bei allen Rezidivpatientinnen erfolgte ein Erregernachweis.

 

Studie 1:

Randomisierte Cross-over Studie

Teilnehmer: 60 Patientinnen zwischen 22 und 54 Jahren mit rezidivierenden Harnwegs- und Blasenentzündungen (mind. 3 x in den letzten 12 Monaten oder 2 x in den letzten 6 Monaten)

Behandlungsdauer: 6 Monate

Oral D-mannose in recurrent urinary tract infections in women: a pilot study

D Porru et al: Journal of Clinical Urology 2014, Vol. 7(3) 208–213

Studie 2:

Randomisierte klinische Studie

308 Studien-Teilnehmerinnen erhielten ein halbes Jahr lang entweder D-Mannose (2 g/d in 200 ml Wasser), ein Antibiotikum (50 mg/d Nitrofurantoin) oder keine medikamentöse Prophylaxe

B Kranjčec, D Papeš, S Altarac: d-mannose powder for prophylaxis of recurrent urinary tract infections in women: a randomized clinical trial. World Journal of Urology 2014, Volume 32, Issue 1, pp 79-84

D-Mannose: Weitere Studien und Referenzen

  1. Xing Hu, Yaning Shi, Peng Zhang, Ming Miao, Tao Zhang, Bo Jiang. d-Mannose: Properties, Production, and Applications: An Overview.
  2. National Kidney and Urologic Diseases Information Clearinghouse. Urinary Tract Infections in Adults.
  3. Michaels EK, Chmiel JS, Plotkin BJ, Schaeffer AJ. Effect of D-mannose and D-glucose on Escherichia coli bacteriuria in rats. Urol Res. 1983;11(2):97-102.
  4. Kranjčec B, Papeš D, Altarac S. D-mannose powder for prophylaxis of recurrent urinary tract infections in women: a randomized clinical trial. World J Urol. 2014 Feb;32(1):79-84. doi: 10.1007/s00345-013-1091-6. Epub 2013 Apr 30.
  5. Anderson, G. et al. Intracellular Bacterial Biofilm-Like Pods in Urinary Tract Infections. Science Vol 301 4, July 2003.
  6. Bouckaert J, Berglund J, Schembri M, et al. Receptor binding studies disclose a novel class of high-affinity inhibitors of the Escherichia coli FimH adhesin. Mol Microbiol. 2005 Jan;55(2):441-55.
  7. Ofek I, Goldhar J. Eshdat Y, Sharon N. The importance of mannose specific adhesins (lectins) in infections caused by Escherichia coli Scand J Infect Dis Suppl 1982;33:61-7.
  8. Serafini-Cessi F, Monti A, Cavallone D. N-Glycans carried by Tamm-Horsfall glycoprotein have a crucial role in the defense against urinary tract diseases. Glycoconj J. 2005 Nov;22(7-9):383-94.
  9. Domenici L, Monti M, Bracchi C, Giorgini M, Colagiovanni V, Muzii L, Benedetti Panici P. D-mannose: a promising support for acute urinary tract infections in women. A pilot study. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2016 Jul;20(13):2920-5.
  10. Zafriri D, Ofek I, Adar R, Pocino M, Sharon N. Inhibitory activity of cranberry juice on adherence of type 1 and type P fimbriated Escherichia coli to eucaryotic cells. Antimicrob Agents Chemother. 1989 Jan;33(1):92-8.
  11. Silvio Altarac, Dino Papeš. Use of d-mannose in prophylaxis of recurrent urinary tract infections (UTIs) in women BJU International, 10.1111/bju.12492, Dec 2013.
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